Insider werden vorsichtiger

Ein Blick in unsere Sentiment-Analyse verdeutlicht ein gemischtes Gefühl des Marktvertrauens von Insidern in ihre Unternehmen. 

Nachdem viele Vorstände und Aufsichtsräte in den vergangenen Monaten verstärkt Aktien orderten, gingen die Kaufaufträge nach den überraschenden Kursverlusten in den ersten Wochen des neuen Jahres rapide zurück. Bei den 80 Werten der ersten und zweiten Reihe (Insiderhandel Dax und Insiderhandel MDax) kam es zu lediglich 12 Insiderkäufen, während die Insider der dritten Reihe (Director Dealings SDax) 24 mal Aktien orderten.
Ganz scheint die Hoffnung auf eine Erholung an den Aktienmärkten aber noch nicht verloren zu sein da nur wenige Insider Aktienpakete veräußerte.

Gerade die Aktienverkäufe der letzten Tage sollten unbedingt bei Anlegern Beachtung finden, so z.B. die Verkaufsmeldung zu Kevin Parker, Global Head of Asset Management der Deutschen Bank AG. Er veräußerte Aktien im Wert von 0,5 Mio. EUR. Parker konnte sich bereits im vergangenen Jahr vor erheblichen Verlusten bewahren, indem er ein größeres Aktienpaket noch zu Kursen knapp unter 80,00 EUR veräußerte. Nur wenige Insider und Kapitalanleger teilten zu diesem Zeitpunkt den Pessimismus des Bankers. 


In diesen Tagen akzeptierte Parker nochmals deutlich niedrigere Kurse - ein schlechtes Anzeichen für eine erhoffte Erholung des Aktienkurses des größten deutschen Geldhauses.

Verteilung der Insider-Transaktionen im Januar 2009 auf die Indizes

Verteilung der Insider-Transaktionen im Januar 2009 auf die Indizes

Und auch bei einem anderen Finanztitel kam es im Februar zu einer größeren Verkaufsorder. Das Aufsichtsratsmitglied Richard Hayden der Deutschen Börse AG gab Aktien im Wert von 0,9 Mio. EUR ab. Auch Hayden gelang es noch im März und November 2008, Aktien im Wert von insgesamt 4,4 Mio. EUR zu deutlich besseren Konditionen als heute zu verkaufen und bewies somit ein gutes Marktgefühl.

In der dritten Reihe bei den Aktienwerten des SDax zeigte sich das Insiderbild im Februar wesentlich aufgehellter. Prozentual gesehen sind die Firmeninsider in ihrer Position als Vorstand oftmals auch die Gründer der Gesellschaft. Sie sind meist nicht unerheblich an ihrem Unternehmen beteiligt und ihr persönliches Handeln hat auch über den Aktienkurs direkte Auswirkungen in ihren persönlichen Vermögensverhältnissen. Genau diese Insider nutzen derzeit jeden günstigen Kurs um Aktien zu erwerben. So zum Beispiel der Vorstandsvorsitzende Weber der Gerry Weber AG. Weber selbst kennt jede Filiale, die sein Unternehmen in der Vergangenheit eröffnet hat und ist auch immer wieder in seinen Repräsentanzen anzutreffen. Somit sieht er wie sich die Nachfrage entwickelt und erfährt ohne Umwege was die Kunden nachfragen und kann schnell auf geänderte Bedürfnisse reagieren. 

Anleger sollten definitiv auf die geänderten Marktbedingungen reagieren und ihr Kaufverhalten gerade diesen Marktbedingungen anpassen. Es gilt demnach die Grundsätze des Stock-Picking zu beachten und diejenigen Aktien herauszufiltern, die die Krise eher meistern können und gestärkt aus ihr hervorgehen werden.

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Erste Anzeichen einer Trendwende!
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Deutlicher Anstieg der Insidertransaktionen
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