Dezember 2010: Insider ziehen erneut über 100 Millionen an Kapital ab

Mit 2010 ging für den Aktienmarkt ein versöhnliches Jahr zu Ende. Der DAX (DAX Directors Dealings) konnte die Marke von 7.000 bislang bewahren und im Dezember sogar noch einmal ein neues Hoch markieren. Derzeit wird überall munter geraten, wie viel höher wir Ende 2011 stehen werden. Auch 2011 sind wir jedoch vor Rückschlägen nicht gefeit. Die Insider liefern gleich zu Beginn eine erste Negativ-Indikation.

Die Dezember-Daten
In der monatlichen Insider-Analyse werten wir die Daten aller erfassten Insider-Transaktionen des Insider-Alarms aus. Im Monat Dezember wurden insgesamt 59 Transaktionen gezählt, davon fanden sich je 27 auf Seite der Käufer und 32 bei den Verkäufen. Quantitativ überwiegen die Verkäufe damit knapp mit einem Anteil von 54,2 Prozent.

Insider-Verhalten Dezember 2010

Insider Sentiment: Insider-Verhalten Dezember 2010

Interessanter sind die Zahlen zum Volumen. Für über 50 Millionen Euro kauften die Insider Aktien zu, der höchste Wert seit Mai. Allerdings wurden auf Verkaufsseite Umsätze von über 150 Millionen Euro getätigt. Das führt zu einem Netto-Kapitalabfluss von über 100 Millionen Euro. Das ist eine immens hohe Summe, verglichen mit den Vormonaten. Insgesamt überwogen damit die Verkäufe stark.

Ursachen für das Insider-Verhalten
Wenn Sie sich also fragen, woher diese Zahlen rühren, dann ist der lang anhaltende Trend und der hohe Stand am Aktienmarkt sicherlich als erster Grund zu nennen. Viele Insider haben das Jahr über große Gewinne angehäuft und diese nun zum Jahresende vorsorglich mitgenommen. Sie müssen bedenken, dass die aktuelle Bewegung im DAX (Insider Handel DAX) sich schon über mehr als 1.000 Punkte erstreckt, ohne das eine Marktkorrektur stattgefunden hat.

Außerdem waren die größten Volumen eindeutig vor den Feiertagen anzutreffen. Es ist nicht unüblich, Gewinne mitzunehmen, wenn man den Markt einige Zeit nicht im Blick hat. Auch die Insider haben schließlich die freien Tage genießen wollen. Sicherlich hat der eine oder andere auch einer erwarteten Januar-Korrektur vorbeugen wollen. In jedem der letzten drei Jahre 2008, 2009 und 2010 wurde zu Jahresbeginn erst einmal stark verkauft.

Die Luft wird dünner
Sie müssen stets daran denken, dass Unternehmens-Insider einen langfristigen Anlagehorizont besitzen und sehr strategisch und risikoscheu agieren. Ein Insider-Kauf beziehungsweise Verkauf stützt sich in der Regel auf eine Fülle markanter Informationen. Genau dieser Umstand ist es schließlich, der die Insider-Transaktionen so wertvoll für uns macht.

Es ist nicht so, dass die Insider im Dezember panisch den Markt verlassen haben, dazu ist die Käuferseite volumenmäßig viel zu stark ausgeprägt. Das Marktumfeld im Dezember hat Verkäufe einfach eher begünstigt. Die Handelsumsätze waren dünn – und weit konnte sich der DAX nicht von den 7.000 Punkten entfernen. Sie können das Insider-Verhalten mit den Worten vorsorglich und vorsichtig beschreiben. Durchaus passend!

Fazit
Die Deutsche Wirtschaft ist zu Beginn des neuen Jahres gut aufgestellt, auch sind viele Aktien generell nach wie vor günstig bewertet, denn die Gewinne der Unternehmen sind fraglos vorhanden. Allerdings haben die Insider im Dezember vorsorglich Gewinne eingestrichen (Insidertransaktionen), das passt zum hohen Stand im DAX. Große Käufe werden wir wohl erst mit der nächsten Korrektur sehen – und auf diese scheinen die Insider momentan zu warten.

Untenstehend gelangen Sie zu den vergangenen Sentimentanalysen:

Insider werden vorsichtiger
Ist die Trendwende in Sicht?
Insider werden vorsichtiger!
Insider bleiben vorsichtig!
Massive Insider-Verkäufe in den USA
Insiderverkäufe sind klares Warnsignal
Erste Anzeichen einer Trendwende!
Insidertransaktionen auf niedrigem Niveau
Kaum Insidertransaktionen im September!
Nur wenige Veränderungen am Insidermarkt
Deutlicher Anstieg der Insidertransaktionen
Insider stark auf der Käuferseite!
Kein Grund zur Panik?
Gemischte Gefühle!
Insider bleiben dem Markt treu!
Gewinnmitnahmen im mittleren Umfeld
Dunkle Wolken am Horizont
Insider skeptisch – nach wie vor
Insider entziehen dem Markt über 50 Millionen Euro
Verkäufe dominieren geringe Umsätze
Insider kaufen kaum noch
Licht am Ende des Tunnels
Kapitalmaßnahmen verzerren das Bild

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