November 2010: Insider entziehen dem Markt über 50 Millionen Euro

Die Auswertung der Daten zum Monat November zeigt ein eindeutiges Bild. Insider haben den Märkten über 50 Millionen Euro entzogen. Das ist eine gewaltige Summe. Wie schon in der letzten Insider-Sentimentanalyse angekündigt, sehen die Insider den weiteren Verlauf der Rallye am Aktienmarkt skeptisch und streichen bevorzugt Gewinne ein, die über das Jahr hinweg angefallen sind. Kommt jetzt eine Korrektur?

DAX bei 7.000 Punkten
Mal ehrlich. Hätten Sie damit gerechnet, dass der DAX dieses Jahr noch einmal über die 7.000 Punkte springt? Der Deutsche Leitindex hat eine beeindruckende Performance vorzuweisen. Verglichen mit anderen Europäischen Indizes oder einzelnen Unternehmenssektoren war die Performance im DAX außergewöhnlich stark. Trotz Schuldenkrise konnte er sich prächtig entfalten.

Schon während der langen Zeit der Konsolidierung im Sommer rechneten viele Marktteilnehmer mit einer Korrektur. Dabei wirken die Kurse so unerschütterlich wie selten. Das Argument der Liquiditätsschwemme, verursacht durch die lockere Geldpolitik der Notenbanken, kann nicht die alleinige Begründung sein. Der DAX hat alle Beobachter überrascht. Aber Sie wissen ja: Die Börse ist keine Einbahnstraße.

Insider-Verhalten im November
Erstmalig in diesem Jahr sprechen die erhobenen Daten eine bärische Sprache, wie Sie dem Bild entnehmen können. Die Verkäufe überwiegen sowohl hinsichtlich des Volumens als auch quantitativ. Dabei war die Aktivität der Insider im November sehr rege. Mit knapp 100 erfassten Einzeltransaktionen und über 125 Millionen Gesamtumsatz wurden hier jeweils Jahreshöchstmarken erzielt.

Insider-Verhalten November 2010

Insider-Verhalten November 2010

Die Verkäufe erstreckten sich breit durch alle Sektoren. Gekauft wurde in der Regel in kleinen Mengen bei selektiv ausgewählten Papieren. Es gibt durchaus Einzeltitel, die nach wie vor unangefochten beliebt und attraktiv sind, aber diese befinden sich in der Minderheit. Insgesamt betrachtet wurde sehr stark verkauft – hinein in die (noch) gestiegenen Kurse der Aktien und Indizes.

Beispiel Daimler
Zur Veranschaulichung hier kurz ein Beispiel: Vier Vorstände der Daimler AG, inklusive Vorstandschef Dieter Zetsche, verkauften Daimler-Aktien im Wert von zirka 20 Millionen Euro. Dies geschah mitten in eine Aufwärtsbewegung. Vergleicht man hierzu die positiven News-Stories zum Thema Deutscher Export und Automobilindustrie, so machen diese Gebaren doch ein wenig stutzig.

Hintergrund ist, dass die Konzernlenker an Bonusprogrammen in der Form von Aktienoptionen teilnehmen. Diese Optionen werden zu einem beliebigen Zeipunkt gelöst und in Aktien umgewandelt, die zumindest im Falle Daimler direkt versilbert wurden. Auffallend ist, dass selbst diese Insider des engsten Kreises damit dem Bargeld eine klare Präferenz vor unternehmenseigenen Anteilen geben. So viel steht fest. Daimler ist hierbei keine Ausnahme, wie die November-Daten im Insider-Alarm gezeigt haben.

Fazit
Die Insider haben die Jahreshöchststände bei den Deutschen Aktien (DAX Insiderhandel, MDAX Insiderhandel und SDAX Insiderhandel) in der Mehrheit zu Ausstiegen genutzt. Damit haben sie ihre Schäfchen ins Trockene gebracht. Diese Entwicklung hat sich über die letzten Monate bereits abgezeichnet. Bleibt nur abzusehen, ob es tatsächlich demnächst einmal ordentlich nach unten geht am Markt. Ein erstes Zeichen haben die Insider gegeben. Seien Sie also vorsichtig, so kurz vor Weihnachten.

Untenstehend gelangen Sie zu den vergangenen Sentimentanalysen:

Insider werden vorsichtiger
Ist die Trendwende in Sicht?
Insider werden vorsichtiger!
Insider bleiben vorsichtig!
Massive Insider-Verkäufe in den USA
Insiderverkäufe sind klares Warnsignal
Erste Anzeichen einer Trendwende!
Insidertransaktionen auf niedrigem Niveau
Kaum Insidertransaktionen im September!
Nur wenige Veränderungen am Insidermarkt
Deutlicher Anstieg der Insidertransaktionen
Insider stark auf der Käuferseite!
Kein Grund zur Panik?
Gemischte Gefühle!
Insider bleiben dem Markt treu!
Gewinnmitnahmen im mittleren Umfeld
Dunkle Wolken am Horizont
Insider skeptisch – nach wie vor
Insider ziehen erneut über 100 Millionen an Kapital ab
Verkäufe dominieren geringe Umsätze
Insider kaufen kaum noch
Licht am Ende des Tunnels
Kapitalmaßnahmen verzerren das Bild

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