Juni 2010: Gemischte Gefühle!
Der Insider an sich ist ein sehr wankelmütiges Wesen. Wann er wo zuschlägt, ist letztlich nur ihm selbst überlassen. Auch die Gründe für sein jeweiliges Vorgehen lassen sich nur schwer erschließen. Vielmehr ist es ja so, dass alleine eben dieses Vorgehen erst auf gewisse Gründe schließen lässt.
Frei nach dem Motto: Wenn das schon ein Insider mit all den IHM zur Verfügung stehenden Informationen und Einblicken tut, dann kann so Vieles daran nicht falsch sein. Gut, so einfach ist es dann doch nicht. Es ist schon dringend dazu geraten, jede gefilterte Insider-Aktion (Insider Handel) auf Herz und Nieren und aus allen Blickwinkeln zu überprüfen, wie wir es hier bei Insider-Alarm.de (börsen)tagtäglich tun. Ein gegebenes Insider-Signal kann am Ende nicht mehr sein als nur ein weiteres Mosaiksteinchen auf der Suche nach einem gelungenen Trade. Trotzdem steht außer Frage, dass es in der Regel den entscheidenden Hinweis bringt.
Übersichtlicher wird das Ganze, wenn man eine gewisse Menge gesammelter Insider-Signale als Datensatz isoliert betrachtet und daraus eine allgemeine Markttendenz ableitet. Deshalb bieten wir monatsweise eine Insider-Sentiment-Analyse für den jeweils vergangenen Handelsmonat an. Im Mai konnte noch ganz klar Gewicht auf Seiten der Käufer – und damit eine bullische Stimmung an den Märkten – ausgemacht werden. Im Juni nun stehen wir eher einem gemischten Bild gegenüber. Ja, die Bären haben aufgeholt.
Kurze Rückblende: Im Mai hatten wir von insgesamt 86 Transaktionen 78 Käufe erfasst. Das lieferte ein ziemlich klares Bild. Für den Juni fällt nun einerseits auf, dass es mit lediglich 33 Insider-Signalen deutlich weniger Bewegung gegeben hat – trotzdem waren 23 davon Käufe. Andererseits kam im Juni ungefähr das doppelte Handelsvolumen auf als zuvor im Mai. Hier ist nun alarmierend, dass von diesem Handelsvolumen nur rund fünf Prozent auf Insider-Käufe entfielen und hier einer Gesamtposition von knapp 95 Prozent an Verkaufsvolumen gegenüber stehen. Diese sind allerdings überwiegend den wenigen großen Einzeltransaktionen geschuldet, die allesamt auf der Verkaufsseite lagen und, wie in der Einleitung angesprochen, immer auch als Einzelereignis gesehen werden sollten.
Insidertransaktionen Juni 2010
Nichtsdestotrotz muss man sich von der positiven Gesamterscheinung des Vormonats distanzieren. Wir konnten nach wie vor überwiegend Käufe verzeichnen, dennoch wurde dem Gesamtmarkt zweifelsfrei mehr Geld entzogen als zugeführt. Käufe fielen meist gering und damit relativ risikoarm aus, während auf der anderen Seite richtig Kasse gemacht wurde. Einigen schien das derzeitige Markttreiben wohl zu bunt geworden zu sein. In der Tat schwanken die Aktienmärkte derzeit sehr heftig und geben damit ein unklares Bild ab. Man erkennt vor allem eines: Nervosität.
Erfahrungsgemäß verlaufen Aufwärtstrends solide und geradlinig, mit zwischenzeitlichen – natürlichen – Korrekturphasen. Im Moment kennt der Markt keine Richtung. Ein solches Gesamtbild spricht wiederum stark für die Bären. Erinnern wir uns an das Jahr 2007, als der DAX (Directors Dealings DAX) trotz zweifelhaften Neuigkeiten aus Übersee, beispielsweise zu den Pleite gegangenen Hedge-Fonds von Bear Stearns, am Jahresende noch ein neues Hoch jenseits der 8.000 markierte, bevor es schlagartig in die Tiefe bis auf 3.666 Punkte im März 2009 ging. Im Moment sehen wir eine vergleichbare Schwankung.
Im Prinzip wird dieses Gesamtbild von den Insidern unterstützt. Es gibt keine klare Tendenz, die sich ableiten lässt – nur die der Unentschlossenheit und Uneinigkeit. Wenn sich diese Stimmung nicht festigt, könnten wir in die nächste große Verkaufsphase münden. Es ist jedenfalls große Vorsicht geboten!
Untenstehend gelangen Sie zu den vergangenen Sentimentanalysen:
Insider werden vorsichtiger
Ist die Trendwende in Sicht?
Insider werden vorsichtiger!
Insider bleiben vorsichtig!
Massive Insider-Verkäufe in den USA
Insiderverkäufe sind klares Warnsignal
Erste Anzeichen einer Trendwende!
Insidertransaktionen auf niedrigem Niveau
Kaum Insidertransaktionen im September!
Nur wenige Veränderungen am Insidermarkt
Deutlicher Anstieg der Insidertransaktionen
Insider stark auf der Käuferseite!
Kein Grund zur Panik?
Insider bleiben dem Markt treu!
Gewinnmitnahmen im mittleren Umfeld
Dunkle Wolken am Horizont
Insider skeptisch – nach wie vor
Insider entziehen dem Markt über 50 Millionen Euro
Insider ziehen erneut über 100 Millionen an Kapital ab
Verkäufe dominieren geringe Umsätze
Insider kaufen kaum noch
Licht am Ende des Tunnels
Kapitalmaßnahmen verzerren das Bild